Nagold - Größtes Wohnbau-Projekt startet bald

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19. April 2016 – Schwarzwälder Bote

Notartermin besiegelt/Diakonie zieht mit Geschäftsstelle in neue Gebäude ein

Wohnbauprojekt_Nagold

Das größte Wohnbau-Projekt im Nagolder Baugebiet am Riedbrunnen hat die nächste Hürde genommen: Auf einem gemeinsamen Notartermin besiegelten Stadt und Bauträger den Grundstückkauf für das angestrebte Mehrgenerations-Konzept. Von Axel H.Kunert

Nagold. Das Gerlinger Unternehmen Schweizer Immoprojekt GmbH kann nun an die Fertigstellung des bereits vorbereiteten Bauantrags gehen, der innerhalb der nächsten zwei Wochen bei der Stadt eingereicht werden solle. Bis zum Sommer könnte dieser dann den Gemeinderat passieren, so dass die heitere Runde beim Pressegespräch im Konferenzraum von Oberbürgermeister Jürgen Großmann guter Dinge ist, vielleicht schon im Juli den ersten Spatenstich auszuführen.

Nagolder Diakonie zieht in neue Wohnanlage mit ein

Innerhalb der folgenden zwei Jahre sollen dann auf der noch freien Fläche nördlich des Viadukts zwischen Lindachstraße, Am Riedbrunnen und Meisterweg, die aktuell noch als Parkplatz genutzt wird, die insgesamt vier Gebäude hochgezogen werden: zwei Gebäude, die u-förmig zusammengefügt werden, für Angebote zum betreuten Wohnen; zwei weitere, separate Gebäude mit großzügigen Wohnungen vor allem – so der Wunsch – für junge Familien mit Kindern.

Mit im Boot bei diesen Groß- und Vorzeigeprojekt sind die Stiftung Innovation & Pflege aus Sindelfingen, die künftig als Betreiber der Bereiche für betreutes Wohnen als Hausherr fungieren wird. Und die Nagolder Diakonie als deren "Untermieter", die mit ihrer Geschäftsstelle von ihrem bisherigen Standort an der Hohen Straße komplett mit allen Büros und Mitarbeitern in die neue Wohnanlage einziehen möchte. Und hier auch gleich die ebenfalls angebotenen Tagespflegeplätze in direkter Kooperation mit der Stiftung Innovation & Pflege übernehmen soll. "Wir platzen am bisherigen Standort aus allen Nähten", erklärt dazu Diakonie-Geschäftsführer Klaus Schmid. Künftig werde man 200 statt bisher 130 Quadratmeter Büroflächen haben. Zudem könne man Gemeinschaftsflächen der neuen Wohnanlage nutzen, etwa für Schulungen oder Seminare. "Genug Raum also für den künftigen Ausbau unserer Angebote und Pflegeleistungen", so Schmid.

Für den Bauherren wiederum ist die Diakonie als erster Mieter ein zusätzliches Verkaufsargument bei der Vermarktung der 29 Wohnungen für betreutes Wohnen – die teilweise auch für kleine und große Wohngemeinschaften gedacht sind; und der 26 Familienwohnungen. "Interessenten können sich da ab sofort gerne schon bei uns melden", so Jürgen Pfann, geschäftsführender Gesell­schafter bei Schweizer Immoprojekt. Er gehe davon aus, dass allerdings nur ein Teil der späteren Eigentümer die Wohnungen auch tatsächlich selbst nutzen werde. So dass über entsprechende Vermietungen, die stets über die Stiftung Innovation & Pflege als alleinigem Ansprechpartner für alle Belange des Wohnens und der Pflege laufen würden, ein deutlich größerer Kreis künftiger Nutzer angesprochen werde.

Mietpreis maximal zehn Prozent über ortsüblichem Spiegel

"Wir rechnen da mit einem Mietpreis, der trotz der hohen Gebäudequalität höchstens zehn Prozent über dem ortsüblichen Mietspiegel liegen dürfte", so Pfann. Zuzüglich natürlich der Kosten für die Angebote des betreuten Wohnen und der Pflege, wobei gelte: Wer in diesem Bereich der Mehrgenerationen-Anlage wohnen will, müsse mindestens 60 Jahre als sein oder zu 60 Prozent behindert, wobei es beim Pflegegrad "nach oben hin" keine Einschränkungen gebe. Die Stiftung Innovation & Pflege, so erläutert deren Vorstand Rolf Schneider im Pressegespräch, werde dafür eine 24-Stunden-Versorgung der Bewohner mit ausreichend Pflegekräften sicherstellen. Schon bisher betreibe die Stiftung insgesamt sieben solcher von der Firma Schweizer realisierten Anlagen für betreutes Wohnen. Aber Nagold werde mit seinem Mehrgenerations-Profil auf einem gemeinsamen Grundstück und "der wirklich bunten Mischung bei den Wohnangeboten im betreuten Teil" eine Ausnahme- und Sonderstellung einnehmen.

Insgesamt will der Bauträger in dieses Projekt nach eigenem Bekunden "15 bis 16 Millionen Euro" investieren. Wobei das "Kind" immer noch keinen wirklich eigenen Namen hat. Zwar firmiert die Stiftung Innovation & Pflege mit ihrem Pflegeangebot unter dem neu geschaffenen Marken-Label "MeVita" - und nennt ihr Angebot hier entsprechend "MeVita Nagold". Aber die ganze Wohnanlage insgesamt soll ebenfalls noch ein eigenes "Label" erhalten.

Heißester Kandidat bisher: "Waldach-Residenz". - "Wer aber eine bessere Idee für einen passenden Namen hat, soll sich gerne bei uns melden", so Wolfgang Schweizer, Gründer der Schweizer Immo