Ein Haus mit Herzblut und Geschichte lebt auf

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16. Juni 2016 – Leonberger Kreiszeitung

Das Hotel Krone-Post am Marktplatz wird saniert. Interessierte Pächter gibt es auch schon.
Von Florian Mader

Hotel Krone-Post

Weil der Stadt - Die gute Stube wird endlich wieder gekrönt. Denn in die Krone-Post am Marktlatz der Weiler Altstadt soll in spätestens zwei Jahren wieder Leben einziehen. Das hat die Eigentümerin Gabriele Schindele am Dienstagabend im Gemeinderat verkündet. Noch in diesem Jahr sollen die Handwerker anrücken und damit beginnen, aus dem leer stehenden Gebäude wieder ein repräsentatives Aushängeschild für die Weil der Städter Gastfreundschaft zu zaubern.

Der federführende Architekt wird Eric Schaufelberger vom Leonberger Büro Schneck sein. „Da wird dann nur noch die äußere Fassade stehenbleiben“, erklärt er. Ansonsten aber will er das Haus komplett aushöhlen und neu einkleiden. Das Ergebnis wird ein Gasthaus mit etwa 75 Sitzplätzen und 14 Gästezimmern sein.

Ein Neubau ist vom Tisch

„Damit haben wir uns gegen einen kompletten Neubau entschieden“, sagt Eric Schaufelberger. Denn als vor zwei Jahren der letzte Pächter ausgezogen war, war die Zukunft des Traditionshauses völlig offen. Die Eigentümerfamilie Schindele hat alle Möglichkeiten erwogen – vom Abriss bis hin zur Nutzung als Flüchtlingsunterkunft. Ein Stuttgarter Investor, der auf dem Gelände einen großen Hotelkomplex mit 80 Betten bauen wollte, ist wieder abgesprungen.

Der Merklinger Sanitärunternehmer Ernst Schindele hatte das Gasthaus in den 60er Jahren gekauft. „Er hat sich seiner Heimatstadt verbunden gefühlt und wollte sich deshalb hier engagieren“, erklärt Rechtsanwalt Hans Dieter Scheerer, der die Familie berät. Auch dessen Sohn Walter hat sein Herzblut in das Haus gesteckt. Vor drei Jahren nun ist Walter Schindele gestorben und Tochter Gabriele Schindele hat die Krone-Post als Alleinerbin übernommen. „Und sie will jetzt das Erbe ganz in seinem Sinne weiterführen“, sagt Hans Dieter Scheerer. Das heißt: Die Krone-Post als gut bürgerlichen Gasthof mit ein paar Gastzimmern.

Denn einen Betrieb in dieser Größe könne ein Pächter-Ehepaar mit wenigen Mitarbeitern wirtschaftlich betreiben. Und darauf seien auch die weiteren Pläne abgestimmt. Vor allem kurze Wege sind da nämlich notwendig, um den Aufwand so gering wie möglich zu halten.

Die Außenterrasse ist umstritten

Ein Ergebnis dieser Überlegungen ist eine neu gestaltete Außenterrasse. Sie soll als Podest in den Weiler Marktplatz hineinragen – und sorgt für Befremden im Gemeinderat. „Das ist ja dann eine richtige Burg“, stellt der Grüne Alfred Kappler fest. „So was tut weh.“

Hans Dieter Scheerer, der Vertreter der Investorenfamilie, sieht dazu aber keine Alternative: „Nur eine ebenerdige Außenterrasse ist wirtschaftlich zu betreiben.“ Er verspricht aber, sich mit dem Marktplatz-Konzept der Stadt abzustimmen.

Um das Hotelprojekt wirtschaftlich zu machen, dienen zudem zwei weitere Gebäude, die hinter der Krone-Post geplant sind und ebenfalls von der Familie Schindele finanziert werden. „Das brauchen wir unbedingt“, erklärt Hans Dieter Scheerer, „damit wir damit den Hotelbau quersubventionieren können.“ Geplant sind zwei Wohnhäuser mit jeweils vier Etagen. „Eventuell könnten wir in ein Gebäude auch Gästezimmer integrieren“, sagt Scheerer. Das Problem sind aber Parkplätze, die in dem Bereich fehlen, die aber für ein Hotelgebäude unbedingt notwendig sind. „Und vom Krone-Post-Pächter hängt das natürlich auch ab.“ Da sei man im Moment bereits in Gesprächen. „Es gibt auch schon einen Interessenten“, verrät er.